September 25, 2022

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Ex-Präsident Trump versucht seit langem, Liz Cheney zu entmachten. Jetzt hat er bei seiner Kampagne einen weiteren großen Erfolg erzielt.

Räumt Niederlage ein

Ex-Präsident Trump versucht seit langem, Liz Cheney zu entmachten. Jetzt hat er bei seiner Kampagne einen weiteren großen Erfolg erzielt.

(dpa) – Die wichtigste innerparteiliche Kritikerin des früheren US-Präsidenten Donald Trump, Liz Cheney, wird dem Repräsentantenhaus von Januar an nicht mehr angehören. Die Republikanerin räumte in der Nacht zum Mittwoch ihre Niederlage gegen ihre parteiinterne Kontrahentin Harriet Hageman ein, die von Trump unterstützt worden war. 

Hageman wird damit in dem Wahlkreis in Wyoming bei den Kongresswahlen im November für die Republikaner antreten. Cheneys Niederlage war erwartet worden. Sie machte aber deutlich, dass sie weiter gegen Trump kämpfen werde.

Cheney ist Vizevorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. Trump-Unterstützer wollten an diesem Tag nach einer aufrührerischen Rede des damaligen Präsidenten verhindern, dass der Kongress offiziell den Demokraten Joe Biden zum Sieger der Wahl vom November 2020 erklärt. Cheney (56) sagte dem Sender CNN kürzlich, Trump habe sich „der schwersten Pflichtverletzung eines Präsidenten in der Geschichte unseres Landes“ schuldig gemacht. 

Trump hält bis heute an der längst widerlegten Behauptung fest, er sei durch Betrug um den Sieg gebracht worden. Auch Hageman behauptet, es habe Wahlbetrug gegeben.

„Unsere Demokratie ist angegriffen und bedroht“

Cheney sagte nach der Stimmabgabe am Dienstag, die USA seien an einem Punkt angelangt, „an dem unsere Demokratie wirklich angegriffen und bedroht ist. Und diejenigen von uns, Republikaner, Demokraten und Unabhängige, die zutiefst an die Freiheit glauben und denen die Verfassung und die Zukunft des Landes am Herzen liegt, haben meines Erachtens die Pflicht, dies über die Partei zu stellen.“


TOPSHOT - A January 6 video of Former US President Donald Trump telling his supporters to go home, is seen on screen during a hearing by the House Select Committee to investigate the January 6th attack on the US Capitol in the Cannon House Office Building in Washington, DC, on July 21, 2022. - The select House committee conducting the investigation of the Capitol riot is holding its eighth and final hearing, providing a detailed examination of former president Donald Trump's actions on January 6th. More than 850 people have been arrested in connection with the 2021 attack on Congress, which came after Trump delivered a fiery speech to his supporters near the White House falsely claiming that the election was "stolen." (Photo by SAUL LOEB / AFP)

Das Finale der Anhörungen zur Aufarbeitung des Coup-Versuchs vom 6. Januar lieferte zur besten Sendezeit eine Fülle neuer Enthüllungen.


Nach dem Eingeständnis ihrer Niederlage sagte Cheney, sie werde weiter alles daran setzen, dass Trump niemals wieder Präsident werde. Trump schrieb kurz darauf in dem von ihm mitbegründeten sozialen Netzwerk Truth Social: „Liz Cheney ist eine Närrin, die denjenigen, die unser Land zerstören wollen, direkt in die Hände spielt!“

Cheney gehörte zu den zehn republikanischen Kongressabgeordneten, die nach dem Angriff auf das Kapitol für die Eröffnung eines zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump stimmten. Im Senat kam die notwendige Mehrheit für eine Verurteilung aber nicht zustande. Bald darauf wurde Cheney auf Trumps Druck hin aus einem Führungsamt in ihrer Fraktion abgewählt.


WASHINGTON, DC - JULY 21: U.S. Rep. Liz Cheney (R-WY) leaves the podium after speaking during a news conference with other Republican members of the House of Representatives at the Capitol on July 21, 2020 in Washington, DC.   Samuel Corum/Getty Images/AFP
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Die Republikaner haben ein Frauen-Problem, das ihnen im November die Präsidentschaft kosten könnte. Weiße Wählerinnen in den Vororten laufen der von Männern dominierten Partei in Scharen davon.


Liz Cheney ist die Tochter des früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Der 81-Jährige hatte kürzlich in einem Wahlwerbespot für seine Tochter scharf mit Trump abgerechnet. „In der 246-jährigen Geschichte unserer Nation hat es noch nie eine Person gegeben, die eine größere Bedrohung für unsere Republik darstellt als Donald Trump“, hatte der Republikaner gesagt.

Abstimmungen in Alaska

Auch in Alaska kam es zu Abstimmungen, die landesweit mit Spannung verfolgt wurden. Wegen des komplizierten neuen Wahlsystems in dem Bundesstaat war zunächst nicht klar, wann mit eindeutigen Ergebnissen zu rechnen ist. Dort bewarb sich für die Republikaner die frühere Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin um einen Sitz im Repräsentantenhaus, der durch den Tod des langjährigen Abgeordneten Don Young freigeworden ist. Palin trat gegen zwei Mitbewerber an.


US Representative Adam Kinzinger (C), R-IL, is seen during a break in the House Select Committee hearing to Investigate the January 6th Attack on the US Capitol, in the Cannon House Office Building on Capitol Hill in Washington, DC on June 9, 2022. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)

Die Anhörungen des Kongress-Komitees zum 6. Januar 2021 geraten zu einer großen Anklage gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump.


Da der Sitz bereits bei der Kongresswahl im November wieder neu vergeben wird, finden zugleich Vorwahlen statt, bei denen sich Palin, ihre zwei Mitbewerber und zahlreiche weitere Anwärter um die Kandidatur bewerben. Trump hat Palin seine Unterstützung zugesagt. Palin war im Wahlkampf 2008 zur Zielscheibe von Spott geworden, als sie als US-Vizepräsidentschaftskandidatin behauptet hatte, sie könne von ihrem Haus in Alaska aus Russland sehen.

Außerdem trat bei den Vorwahlen in Alaska Senatorin Lisa Murkowski an. Sie wurde unter anderem von Kelly Tshibaka herausgefordert, der Trump seine Unterstützung zugesagt hat. Murkowski gehörte zu sieben Republikanern, die im Senat für eine Amtsenthebung Trumps gestimmt hatten. Sie ist die einzige aus dieser Gruppe, die sich im November um die Wiederwahl bemühen muss. Im Repräsentantenhaus stehen alle zwei Jahre alle Sitze zur Wahl, im Senat nur rund jeder Dritte.

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