September 24, 2022

[ad_1]

Seit dem Fouerbeginn am Freitag sind mutmaßlich überhöhte Preise auf der Schueberfouer in den sozialen Medien das Streitthema schlechthin.

Kritik in den sozialen Medien

Jeff WILTZIUS

Jeff WILTZIUS

Seit dem Fouerbeginn am Freitag sind mutmaßlich überhöhte Preise auf der Schueberfouer in den sozialen Medien das Streitthema schlechthin. Nun reagiert der Schaustellerverband.

Seit am vergangenen Freitag die 680. Ausgabe der Schueberfouer in Luxemburg-Stadt ihre Türen für die Besucher geöffnet hat, verbreiten sich in den sozialen Medien viele kritische Stimmen zu überhöhten Preisen. Am Montag äußerte sich nun der Schaustellerverband, die Fédération nationale des commerçants forains (FNCF) dazu.

Nicht nur auf der Fouer sind die Preise stark angestiegen.

Nicht nur auf der Fouer sind die Preise stark angestiegen.

Foto: Anouk Antony

Der Stein des Anstoßens: Einige der 220 Schausteller haben die Preise für Fahrgeschäfte, Getränke und Speisen drastisch erhöht. „Ich höre in der Öffentlichkeit nur Preise, Preise, Preise“, ärgert sich Charel Hary, Präsident der Forains-Vereinigung. „Dabei wurde dieses Jahr wieder eine außergewöhnliche Fouer auf die Beine gestellt. Es wäre unfair, den Beteiligten gegenüber, alles in einen Topf zu werfen.“ Nach zwei Jahren Corona-Pandemie mit unter anderem Maskenpflicht findet das größte Volksfest Luxemburgs und der Großregion zum ersten Mal wieder ohne Einschränkungen statt. 


Die Schueberfouer ist mit üblicherweise rund zwei Millionen Besuchern eine der größten Veranstaltungen in der Region.

Die Sicherheitskräfte werden mit einem verstärkten Aufgebot rund um das Glacisfeld im Einsatz sein.


Denn schaut man sich auf der Schueberfouer genauer um, erkennt man schnell einige Unterschiede an den Preistafeln. So liegt der Preis für einen klassischen Hamburger auf dem Jahrmarkt zwischen fünf und acht Euro. Der Preis für 0,3 Liter Bier zwischen vier und fünf Euro und für 0,5 Liter des kühlen Gerstensaftes müssen sechs bis acht Euro auf den Tisch gelegt werden. Damit liegt der Literpreis zwischen zwölf und 16,6 Euro.

Vergleicht man dann die benachbarten Restaurants oder Bars in der Allée Scheffer, kostet dort ein Pint (0,56 Liter) zwischen 5,80 Euro und 6,30 Euro. Ein kleines Glas Bier liegt zwischen 3,20 Euro und 3,70 Euro – allerdings bekommt man in diesem Fall nur 0,25 Liter des kühlen Gerstensaftes, damit 10 ml weniger. Der Literpreis liegt also hier zwischen zehn und 14,8 Euro. Die Differenz ist demnach eigentlich überschaubar.

Man soll sich immer die Frage stellen, was bekomme ich geboten.

Charel Hary, Präsident der FNCF

Bei den Fahrgeschäften liegen die Ticketpreise für die Kinderangebote seit Jahren bei drei Euro, alle weiteren meistens bei fünf bis sechs Euro. Neuere und aufwändigere Spiele kosten auch gerne mal zehn oder mehr Euro. Das Hauptproblem seien laut des FNCF-Präsidenten die Kosten, die unter anderem durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine in die Höhe schnellten – etwa für Strom, Wasser und Benzin. Dazu komme der erhöhte Index für die Arbeitnehmer. 

„Seit 2011 komme ich mit meinem Fahrgeschäft nach Luxemburg“, sagt der Besitzer des XXL-Towers. „Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal den Preis wegen der Mehrausgaben erhöhen müssen.“ Das Ticket kostet nun sechs, statt vorher fünf Euro.

Für jeden erschwinglich

Und dennoch war es laut Charel Hary das Ziel, die Schueberfouer für jeden erschwinglich zu gestalten, wenn auch die einzelnen Preise von den Schaustellern selbst angepasst werden können. „Man soll sich immer die Frage stellen, was bekomme ich geboten“, so der FNCF-Präsident. „Denn ein Schausteller, welcher neben den Getränken unter anderem noch Livemusik anbietet, hat natürlich andere Unkosten, als die ohne Musik.“ Zudem würden erstere ja keinen Eintritt verlangen. „Irgendwie müssen die Ausgaben ja gedeckt werden“, betont er.

Am Montag verteilten die Forains auch zwei Schecks im Wert von jeweils 3.000 Euro an die Gemeinden Käerjeng und Petingen. Das Geld soll den Opfern der Tornados von 2019 zugutekommen.

Am Montag verteilten die Forains auch zwei Schecks im Wert von jeweils 3.000 Euro an die Gemeinden Käerjeng und Petingen. Das Geld soll den Opfern der Tornados von 2019 zugutekommen.

Foto: Anouk Antony

Ähnlich sieht es auch der Besitzer des Chalet au Gourmet, Gaston Schmol. „Mehl, Öl und Kartoffeln sind viel teurer geworden. Wollen wir bei der gleichen Qualität unserer Produkte bleiben, müssen wir leider diese Mehrkosten an die Kunden weiterleiten.“ Die andere Wahl sei der Einkauf minderwertiger Ware. „Doch das wollen wir nicht.“


Es sind nur noch Stunden bis auf dem Glacisfeld wieder 20 Tage lang der Bär steppt. So präsentiert sich die Schueberfouer – kurz vor dem Startschuss.


Ein weiterer Grund für den erhöhten Preisanstieg: In diesem Jahr gaben die Brauereien nur noch Biergläser mit 0,3 Liter Inhalt raus. „Hatten Getränkestände auf der Fouer vorher die kleineren 0,25 Liter Gläser im Angebot, mussten diese die Preise natürlich anpassen“, sagt Steve Clement vom Essstand Ponderosa. Mit dieser Taktik wollen die Brauereien mehr Bier verkaufen. Auch er habe die Preise demnach anpassen müssen. „Allein der Einkauf unserer Brötchen hat sich verteuert“, führt Clement aus.

Die Preise auf der Fouer für ein Glas Bier können sehr unterschiedlich sein.

Die Preise auf der Fouer für ein Glas Bier können sehr unterschiedlich sein.

Foto: Anouk Antony

Am Ende müsse jeder selbst entscheiden, was er gerne ausgeben möchte, sagt Schöffe Patrick Goldschmidt (DP). „Wenn der Schausteller etwas seinen Kunden anbietet, muss er dafür auch passend entlohnt werden.“ Jedenfalls sollten die Besucher die aufgerufenen Preise miteinander vergleichen. Denn je nach Standort oder Angebot gibt es Unterschiede. 

Völlig überteuerte Preise anzubieten sei indes nicht das Ziel, heißt es von der Vereinigung der Forains. Man wolle den Menschen eine gute Zeit auf der Schueberfouer bieten – und das ist denn auch, was den Schaustellern das wirtschaftliche Überleben sichert.  

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema



[ad_2]

Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published.