October 2, 2022

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Regionalstrecken eignen sich besonders, da dort die Umstellung auf Elektroantrieb meist unwirtschaftlich ist.

Verkehr

Regionalstrecken eignen sich besonders, da dort die Umstellung auf Elektroantrieb meist unwirtschaftlich ist.

(AFP) – Eine Flotte von vierzehn Zügen, die von der französischen Firma Alstom an die Region Niedersachsen (Norden) geliefert wurden, wird die derzeitigen Diesellokomotiven auf der 100 Kilometer langen Strecke zwischen den Städten Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude, unweit von Hamburg, ersetzen. 

„Unabhängig von der Tageszeit werden die Passagiere auf dieser Strecke mit Wasserstoff reisen“, fasst Stefan Schrank, Projektleiter bei Alstom, gegenüber AFP zusammen und lobt die „Weltpremiere“. 

Seit 2018 im Testbetrieb

Mit Wasserstoff betriebene Züge sind ein bevorzugter Weg, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren und den Diesel zu ersetzen, der in Deutschland noch 20 Prozent der Fahrten ausmacht. Sie mischen den an Bord befindlichen Wasserstoff mit dem in der Umgebungsluft vorhandenen Sauerstoff, was durch eine im Dach installierte Brennstoffzelle ermöglicht wird. Diese erzeugt den Strom, der für den Antrieb des Zuges benötigt wird. 

Die in Tarbes (Südfrankreich) entwickelten und in Salzgitter (Mitteldeutschland) zusammengebauten Züge von Alstom – Coradia iLint genannt – sind Pioniere auf diesem Gebiet. Seit 2018 werden auf dieser Strecke kommerzielle Tests durchgeführt, bei denen regelmäßig zwei wasserstoffbetriebene Züge eingesetzt werden. Mittlerweile ist es die gesamte Flotte, die diese Technologie einsetzt. 

Der französische Konzern hat vier Verträge über mehrere Dutzend Züge in Deutschland, Frankreich und Italien unterzeichnet und sieht keine nachlassende Nachfrage. Allein in Deutschland „könnten zwischen 2.500 und 3.000 Dieselzüge durch Wasserstoff ersetzt werden“, schätzt Schrank. „Bis 2035 könnten etwa 15 bis 20 Prozent des europäischen Regionalmarktes mit Wasserstoff betrieben werden“, bestätigt Alexandre Charpentier, Bahnexperte bei Roland Berger, gegenüber der AFP. 

Die Konkurrenz zieht nach

Wasserstoffbetriebene Züge sind vor allem für kleine Regionalstrecken relevant, wo die Kosten für eine Umstellung auf Elektroantrieb im Vergleich zur Rentabilität der Verbindung zu hoch sind. Derzeit wird etwa jeder zweite Regionalzug in Europa mit Diesel betrieben. 


Pipeline in industrial district

Ein Konsortium plant ein europäisches Pipeline-Netzwerk für Wasserstoff. Ob Luxemburg daran angeschlossen wird, ist noch offen.


Auch die Konkurrenten von Alstom haben sich ins Rennen begeben. Das deutsche Unternehmen Siemens hat im Mai zusammen mit der Deutschen Bahn einen Zugprototyp enthüllt, der ab 2024 in Betrieb gehen soll. Doch trotz dieser verlockenden Aussichten „gibt es echte Barrieren“, so der Experte. Denn nicht nur die Züge dürsten nach Wasserstoff. 

Der gesamte Verkehrssektor, ob im Straßen- oder Luftverkehr, aber auch die Schwerindustrie, insbesondere die Stahl- und Chemieindustrie, setzen auf diese Technologie, um ihre CO₂-Emissionen zu senken.  

Obwohl Deutschland 2020 einen ehrgeizigen Sieben-Milliarden-Euro-Plan angekündigt hat, um innerhalb eines Jahrzehnts zum Marktführer bei der Wasserstofftechnologie zu werden, fehlt es im Land -wie in ganz Europa- noch an der Infrastruktur, sowohl für die Produktion als auch für den Transport, und es sind riesige Investitionen erforderlich. 

Es mangelt an Ressourcen

„Aus diesem Grund sehen wir keinen hundertprozentigen Ersatz von Dieselzügen durch Wasserstoff“, so Charpentier. Außerdem ist Wasserstoff nicht unbedingt kohlenstofffrei: Nur „Grüner Wasserstoff“, der mithilfe von erneuerbaren Energien hergestellt wird, wird von Experten als nachhaltig angesehen. Andere Herstellungsmethoden sind zwar weitaus gebräuchlicher, aber sie stoßen Treibhausgase aus, da sie aus fossilen Energieträgern hergestellt werden. 

Ein Beweis dafür, dass es an Ressourcen mangelt: Die niedersächsische Strecke soll zunächst Wasserstoff verwenden, der als Nebenprodukt in bestimmten Industriezweigen, wie der Chemieindustrie, anfällt. Laut dem französischen Forschungsinstitut IFP, das sich auf Energiefragen spezialisiert hat, wird Wasserstoff derzeit „zu 95 Prozent aus der Umwandlung fossiler Energieträger gewonnen, davon fast die Hälfte aus Erdgas“. 

Europa ist bereits mit Spannungen bei der Versorgung mit russischem Erdgas konfrontiert, da es sich mit Moskau wegen des Krieges in der Ukraine überworfen hat. „Politische Entscheidungen müssen darüber entscheiden, in welchen Sektoren die Wasserstoffproduktion stattfinden soll und in welchen nicht“, so Charpentier. 

Auch Deutschland wird massiv importieren müssen, um seinen Bedarf zu decken. Vor kurzem wurden Partnerschaften mit Indien und Marokko unterzeichnet, und ein Abkommen über den Import von Wasserstoff aus Kanada stand auf der Tagesordnung des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in Kanada in dieser Woche.

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