September 26, 2022

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Im Südpazifik sieht sich die deutsche Außenministerin mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert: Die Zukunft der Inseln dort ist düster.

Klimawandel

Im Südpazifik sieht sich die deutsche Außenministerin mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert: Die Zukunft der Inseln dort ist düster.

(dpa) Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat bei einem Besuch im Südpazifik zu einer internationalen Kraftanstrengung im Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. „Der Klimanotstand ist keine isolierte Krise. Es ist das schwierigste Sicherheitsproblem unserer Zeit“, sagte die Grünen-Politikerin am Samstag im Inselstaat Palau, der vom Untergang bedroht ist. Zwar erscheine der russische Angriffskrieg Tausende Kilometer entfernt. Dessen Auswirkungen träfen aber jene am härtesten, die unter der Klimakrise litten – unter anderem wegen Überschwemmungen, Dürren und heftiger Stürme.


TOPSHOT - This aerial photo taken on June 23, 2022 shows a flooded area after heavy rains in Yingde, Qingyuan city, in China's southern Guangdong province. (Photo by AFP) / China OUT

Fluten und Hitzewelle: China wird gleich von zwei Naturkatastrophen heimgesucht. Die Regierung versucht, dem Klimawandel die Stirn zu bieten.


Bedrohte Pazifiknationen hätten bei internationalen Klimaverhandlungen immer wieder vor den Folgen des Klimawandels gewarnt, räumte Baerbock in der auf Englisch gehaltenen Rede ein. „Aber wir müssen zugeben, dass unsere Antwort als internationale Gemeinschaft unzureichend, unsere Unterstützung zu begrenzt war.“ Nun sei es „wirklich Zeit, dass wir Ihnen nicht nur aus der Ferne zuhören, sondern dass wir tatsächlich herkommen“. Zuletzt sei vor 120 Jahren ein deutscher Außenminister nach Palau gereist.

Der Klimanotstand ist keine isolierte Krise. Es ist das schwierigste Sicherheitsproblem unserer Zeit.

Annalena Baerbock, deutsche Außenministerin

Um die von steigenden Meeresspiegeln bedrohten Nationen besser und langfristig zu unterstützen, habe sie die Diplomatin Beate Grzeski zur Sondergesandten für die pazifischen Inselstaaten ernannt.

Untergehende Kulturstätten

Palau erscheine wie ein echtes Paradies, sagte Baerbock. „Aber wir können uns auch gut vorstellen, was mit diesem friedlichen Paradies passieren wird, wenn der Meeresspiegel noch weiter steigt.“ So böten Schulen, die in Küstennähe gebaut werden, den Kindern keinen sicheren Ort mehr. Kulturstätten könnten buchstäblich untergehen. Und viele Anwohner müssten sich eine schreckliche Frage stellen: „Eine Frage, die ich mir persönlich kaum vorstellen kann: Werden unsere Häuser in 30 oder 50 Jahren noch hier sein?“

Keine Weltregion leide so sehr unter der Klimakrise wie die Pazifikstaaten – und das, obwohl deren Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen so gering sei. „Das ist eine eklatante Ungerechtigkeit“, sagte Baerbock. Um die angestrebten Klimaziele zu erreichen, müssten vor allem die weltweit größten CO2-Emittenten die Treibhausgasemissionen schneller senken, so auch Deutschland. „Wir sind nicht Ozeane voneinander entfernt, sondern stehen Seite an Seite“, rief Baerbock den Menschen in Palau zu.

„Eine Frage, die ich mir persönlich kaum vorstellen kann: Werden unsere Häuser in 30 oder 50 Jahren noch hier sein?“  

Annalena Baerbock, deutsche Außenministerin

Zuvor hatte sich die Ministerin bei einem Besuch der zu den „Rock Islands“ gehörenden Insel Ngkesill über die dramatischen Auswirkungen der weltweiten Klimakrise informiert. Baerbock fuhr mit einem Boot zu der Insel, die zu einem etwa 40 Kilometer langen Archipel im Zentrum Palaus gehört, das von einem dichten Korallenriff eingefasst ist. Barfuß spazierte sie über den weißen Sandstrand und schaute von dort auf von Dschungel überwucherte kleine Inseln im türkisfarbenen Ozean.

Erosionsschäden am Strand

Dabei ließ sie sich aber auch Auswirkungen der Erosion sowie von Stürmen entwurzelte Bäume und angeschwemmten Plastikmüll zeigen. Die Vermüllung der Meere macht marinen Ökosystemen schwer zu schaffen. So wandern in Palau Meeresschildkröten ab, weil ihr Lebensraum und die Möglichkeit, Nester zu bauen, schrumpft.

Der Archipel besteht aus bis zu 500 Inseln, von denen keine permanent bewohnt ist. Das dortige Naturschutzgebiet bietet nach Angaben der Bundesregierung unter anderem seltenen Seekühen, 13 Hai-Arten, mehr als 350 unterschiedlichen Korallenarten, Vögeln, Fledermäusen und Pflanzen einen vom Tourismus weitgehend unberührten Lebensraum. Ein großer Teil des Archipels wurde im Jahr 2012 von der Unesco zum Weltnatur- und -kulturerbe erklärt.


29.06.2022, Schleswig-Holstein, Kiel: Daniel Günther (vorne r, CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holsteins, und Monika Heinold (vorne l, Bündnis 90/Die Grünen), Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, sitzen zwischen Blumen und Pflanzen nach der Vereidigung der Ministerinnen und Minister auf der Regierungsbank im Landtag. Günther führt in Schleswig-Holstein eine Koalition von CDU und Bündnis 90/Die Grünen an. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schwarz-Grün hat Konjunktur in Deutschland – aber den Beteiligten ist nicht nur wohl dabei.


In der Gemeinde Melekeok an der Ostküste der Insel Badeldaob, die für ihre langen Sandstrände bekannt ist, besichtigte Baerbock ebenfalls Erosionsschäden am dortigen Strand und sprach mit besorgten Anwohnern. Die Ministerin suchte auch das Gespräch mit vom Klimawandel betroffenen Fischerinnen und Fischern. Am Nachmittag tauschte sie sich mit dem Außenminister von Palau, Gustav Aitaro, in der Hauptstadt Ngerulmud aus. Ngerulmud hat etwa 250 Einwohner und wird gerne als kleinste Hauptstadt der Welt bezeichnet. Von 1899 bis 1914 war Palau deutsche Kolonie.


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